Am 21.03.2026 fand in der großen Sporthalle in Bad Boll ein Lehrgang unter Leitung von Karoline Bauer, 5. Dan Aikido, statt, der Aikido und Aikitaiso sowie die Verbindungen zwischen beidem zum Thema hatte. Aikidoka aus Bad Boll, Eislingen, Kirchheim/Teck, Reutlingen, Tübingen, Remshalden, Karlsruhe, Kehl und dem angrenzenden Strasbourg sind der Einladung in die große Boller Sporthalle gefolgt.
Aikitaiso ist eine Form von Gymnastik und Haltungsschulung und der innere Teil der japanischen Kampfkunst Aikido. Es beinhaltet in der Schule Hirokazu Kobayashi dynamische und statische Übungen, welche Meridiane, stimulieren, die Beweglichkeit fördern und helfen, innere Blockaden oder Spannungen aufzuspüren und aufzulösen. Lehrgangsleiterin Karoline Bauer griff auf einige mehr oder weniger statische Übungen zurück, die für sich genommen recht einfach und prinzipiell auch für jeden gut machbar waren.
Man müsse etwas an den internen Spannungsverhältnissen oder der Haltung ändern, um die Übung länger möglich zu machen, anstatt einfach aufzugeben. Das Üben in einer Gruppe sei dabei hilfreich, denn allein würden man solche Übungen wahrscheinlich nicht machen. Nicht vor anderen aufzugeben zu wollen, wäre nach Bauers Erfahrung eine praktische Motivationshilfe, das eigentlich “nicht mehr wollen” zu überwinden.
Im Aikitaiso kommuniziert jeder Übende mit sich selbst und seinem eigenen Körper, im Aikido mit seinen Übungspartner in den Rollen von Angreifer und Angegriffenem. Die Übungen und Techniken des Aikido sind deutlich dynamischer als im Aikitaiso. Lehrgangsleiterin Karoline Bauer wies auf Haltungen des Aikitaiso hin, die auch im Verlauf von Aikidotechniken vorübergehend auftauchen und stellte damit die Verbindung her. Wenn eine Bewegung Probleme bereite, könne sie auch bewusst langsam mit Partnerunterstützung ausgeführt werden, was sich positiv auf den betroffenen Körper auswirke.

So kehrte Karoline Bauer nach einer Lehrgangseinheit Aikitaiso wieder zu Aikidotechniken mit dem Körper und dem Bokken zurück,bei denen etwas mehr Schwung, Rollen und Fallen möglich war. Das sorgt für eine elastische Körperspannung und eine gewisse Leichtigkeit, die sich einfach gut anfühlt, was beim Aikitaiso nicht unbedingt so unmittelbar der Fall ist. Im “äußeren” Teil des Aikido wurde wieder an den kleinen Details mit der großen Wirkung gearbeitet und so manches Aha-Erlebnis stellte sich ein.
Die Teilnehmer freuten sich über den harmonischen Lehrgang, der neue Erkenntnisse erschloss, Kontakte eröffnete oder vertiefte und manchem deutschen Aikidoka ermöglichte, erfolgreich Schulfranzösischkenntnisse zu aktivieren, um die Kollegen aus dem nahen Frankreich zu unterstützen. Ganz ohne AI oder KI, dafür mit genug Aiki.

Die Boller Aikidoka bedankten sich zum Schluss bei Karoline Bauer für die gelungene Unterweisung mit einer kleinen Kiste lokaler Produkte und Spezialitäten.
